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Paid Content-Einführung von kostenpflichtigen Inhalten

Definition Paid Content: Bei Paid Content Diensten oder Angeboten handelt es sich um Inhalte, für die der Nutzer ein Entgelt zu entrichten hat, wenn er den Inhalt konsumieren will.

Sind Sie es Leid das immer nur die anderen Webmaster mit Ihren großen Seiten Geld
im Internet verdienen? Möchten Sie selbst Paid Content anbieten, wissen aber nicht wie?
Planen Sie einen Strategiewechsel von einem kostenlosen Angebot hin zu kostenpflichtigem Inhalten?

Das Zeitalter des kostenlosen Internet geht langsam vorbei. Diese Tatsache lässt sich nicht mehr verleugnen, denn an immer mehr Webseiten wird der Besucher zu Kasse gebeten.
Nachfolgend zeigen wir Ihnen einige Punkte auf die Sie vor Einführung einer Bezahldienst-Strategie beachten sollten:

1. Langfristige Ankündigung
Bereiten Sie Ihre Besucher bereits im Vorfeld darauf vor, das ab einem gewissen Stichtag verschiedenen Dienste Ihres Internetprojektes nur noch gegen Bezahlung nutzbar sind. Damit verhindern Sie dass die Besucher Ihrer Webseite sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlen.
Teilen Sie dem Besucher auch Ihre stichfesten Gründe mit warum ein Wechsel zu einem Bezahldienst unausweichlich ist. Empfehlenswert ist das Sie dem Kunden immer den vorhandenen Mehrwert, die Qualität und den Nutzen als Argumente für die Veränderung heranziehen.

2. Mehrwert definieren
Definieren Sie klar und deutlich den Mehrwert (Nutzen) den der Kunde durch diesen Bezahldienst bekommt. Welche Vorteile sich daraus für ihn ergeben und das er ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen kann. Stellen Sie die qualitativen Verbesserungen gegenüber der kostenlosen Alternative heraus, damit keine Unsicherheiten aufkommen können.

3. Erfolgsfaktoren
Um mit dem Paid Content Konzept erfolgreich zu sein bedarf es mehrer fester Erfolgsfaktoren denen Sie vor dem Start große Aufmerksamkeit schenken sollten.

3.1 Benutzerfreundlichkeit
Achten Sie auf die weichen Komponenten wie Design, Farbwahl, Ladezeit, Bedienerfreundlichkeit, Navigation, Übersichtlichkeit, etc. Diese Argumente können dem potentiellen Kunden die Kauf- /Abonnementscheidung wesentlich erleichtern.

3.2 Sicherheit
Wenn Geld im Internet im Spiel ist, dann sollte die Sicherheit höchste Priorität gezollt werden. Testen Sie die Kundenbereiche, Datenbanken, Bezahlsysteme auf Sicherheit bevor Sie an den Start gehen. Weisen Sie in Ihren FAQ oder Regeln die Kunden auf Ihre Sicherheitsvorkehrung hin, welche Systeme Sie benutzen, sowie dass Sicherheit bei Ihrem Projekt sehr ernst genommen wird.

3.3 Geschäftsmodell
Was wollen Sie anbieten? Wie soll der Kunde den Inhalt bekommen?
In welchen Intervallen hat der Kunde recht auf neuen exklusiven Content? etc. Zu diesen und weiteren Fragen sollten zum Start bereits Antworten definiert sein. Denn aufbauend auf das Geschäftsmodell können nachfolgende Punkte geklärt werden.

3.4 Preis- und Modellstrategie
Legen Sie sich eine Preisstrategie zurecht, die es Ihnen ermöglich Kostendeckend, incl. eines Gewinns, zu arbeiten und gleichzeitig genügend Spielraum für verschiedene Preismodelle zulässt. Halten Sie sich diese Option für eine Modellvielfalt offen, denn damit haben Sie auch in Zukunft genug Spielraum für Alternativen.

Beachten Sie bei der Preisbildung vor allem:

  • den Nutzen Ihres Contents für den Kunden,
  • die Wettbewerbssituation und
  • die Kundenbindung.

Der Nutzen sollte wie bereits unter Punkt 2 beschrieben erkennbar sein. Analysieren Sie weiterhin Ihre potentiellen Wettbewerber hinsichtlich derer Preismodelle. Ggf. können Sie sich einige Anregungen dazu holen und es stellenweise sogar verbessert Ihren Kunden anbieten. Denn diese Preismodelle wirken sich neben dem Content direkt auf die Kundenbindung aus.

Eine langfristige Kundenbindung sollte eines Ihrer primären Ziele sein.

3.5 Kritische Masse
Erstellen Sie zum Start ein Konzept ab welcher Useranzahl unter Einbeziehung der Preismodelle
eine kostendeckende Arbeit möglich ist. Durch die Vorkalkulation verhindern Sie ein Scheitern des neuen Angebotes. Beziehen Sie alle möglichen Aufwendungen wie Design, Programmierkosten, Domain- und Traffickosten, Arbeitszeit, Strom, etc., mit in die Kalkulation ein.

4. Sinnvolle Kombinationen
Haben Sie die Möglichkeit Ihren Onlinedienst mit Offline-Produkten (aus dem Real Life) zu kombinieren, dann nutzen Sie diese Merchandisingvariante. Denn damit kann dem Kunden ein weiterer Mehrwert geboten werden. Zeitgleich wird dem Kunden eine Bindung zu einer nicht virtuellen, sondern zu einer realen, Marke suggeriert, die Ihnen enorme Vorteile bringen kann. Dies ist natürlich nur anwendbar, wenn Ihr Projekt nicht ausschließlich auf das Internet fokussiert ist.

5. Bezahlverfahren
Nutzen Sie Bezahlverfahren die den meisten Kunden zugänglich sind. Es nützt Ihnen das beste Preismodell nichts wenn das von Ihnen gewünschte Bezahlverfahren den meisten Kunden zu unbekannt und zu kompliziert erscheinen.

Überweisung, Kreditkarte, Paypal und Moneybookers sind hier die wohl einige der bekanntesten Bezahlverfahren mit denen Sie keinen Schiffbruch erleiden dürften. Bieten Sie immer mehrere Möglichkeiten an, damit dem Kunden nicht ein Dienst aufgezwungen wird.

6. Tests
Stellen Sie vor einem Wechsel zu einem Bezahldienst sicher dass alles fehlerfrei funktioniert. Denn nichts ist schlimmer als ein lange angekündigter Start der mit Fehlern behaftet ist. Spielen Sie selbst Kunde und testen Sie alle Ihre Features genau durch.

7. Refresh
Wie in unserem Refresh-Konzept schon beschrieben, sollten Sie Ihre Seite in regelmäßigen
Intervallen auf Herz und Nieren testen und ggf. teilweise erneuern und verbessern. Somit stellen Sie die Qualität Ihrer Produkte, Ihres Dienstes, auf lange Zeit sicher. Der Kunde wird es Ihnen danken.

8. Suchmaschinen
Beachten Sie bei das bei bezahltem Inhalt nicht mehr alles durch die Suchmaschinen gespidert (ausgelesen) werden kann, und sich somit Ihre Trefferquoten bei den Suchmaschinen verringern könnte. Denn bezahlter Content wird bekanntlich mit einem Passwort gesichert,
oder per Email direkt an den Abonnenten zugesandt. Aus diesem Grund müssen Sie weiterhin einige kostenlose Inhalte auf Ihrer Webseite anbieten, um diese Besucherquelle auch weiterhin nutzen zu können

Alternativ können Sie das Werbebudget erhöhen und sich die Besucher durch
gezielte Marketingmaßnahmen erkaufen.

9. Support
Dieser Punkt ist bei bezahlten Diensten (Paid Content) ein entscheidendes Argument für die Kundenbindung, daher darf der persönliche und schnelle Support nicht vernachlässigt werden. Falls Sie keine Zeit dafür haben sollten, dann brauchen Sie den Dienst nicht zu starten! Bieten Sie dem Kunden verschiedene Supportwege an, wie Email, Telefon, Supportticker, Chat, Forum, etc.

10. Fehler
Die folgenden Stichpunkte sind die häufigsten Fehler die bei Bezahldiensten gemacht werden:

  • keine sichtbare Trennung zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten
  • mangelhafte Navigation
  • für den Kunden ist kein Mehrwert ersichtlich
  • mangelhafte AGB´s, Regeln, FAQ und Sicherheitsaspekte
  • mangelhafter Support
  • keine Indizierung durch die Suchmaschinen
  • zu wenig exklusiver Paid Content
  • Abnehmender Mehrwert, Nutzen, für den Kunden mit zunehmender Abonnementdauer
  • Unregelmäßig erstellter neuer und exklusiver Inhalt
  • Ignorieren der weichen Entscheidungskomponenten
  • keine durchdachte Kundenbindungs-Strategie

11. Kundenakquise
Wie bekommt man zahlungskräftige Kunden für den neuen eigenen Paid Content Dienst? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da jeder Bezahldienst auf spezielle Aspekte angewiesen ist. Allgemeingültig kann festgehalten werden, dass Leseproben, Probe-Abos sowie ähnliche Modell sehr gute Erfolgschancen aufweisen können.

Alternativ können Sie ein Referrer-Model einsetzen (Kunde wirbt Kunde), bei dem der Werber einen Preis zugestanden wird (z.B. einen kostenlosen Abo-Monat, etc.).

Unter Beachtung der oben aufgeführten Stichpunkte kann der Einführung einen Bezahldienstes in Ihrem Internetprojekt nichts mehr im Wege stehen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.

    Kategorien: Konzepte
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